Einladung zum LNV-Zukunftsforum Naturschutz am 11. November

Lassen sich in Eingriffe in die Natur ausgleichen? Über diese Frage diskutieren am 11. November Expertinnen und Experten beim 23. Zukunftsforum Naturschutz des Landesnaturschutzverbandes Baden-Württemberg. Der Schwäbische Albverein gehört zu den Gründerinnen dieser Organisation. Die Veranstaltung findet von 9:30 bis 17 Uhr im Hospitalhof in Stuttgart statt. Herzliche Einladung an alle Interessierten.

Weitere Infos und Anmeldung


Zukunftsforum Naturschutz: Sein oder Schein? Lassen sich Eingriffe in die Natur ausgleichen? Vom Sinn und Widersinn der Kompensationsregelungen

Befeuert durch die Energiekrise und die Wohnungsnot werden die Rufe nach Verkürzung von Genehmigungsverfahren und der Zurückstellung von Naturschutzbelangen immer lauter. Völlig in den Hintergrund tritt dabei oft die Prüfung, ob und wie naturzerstörende Eingriffe vermieden werden können. Stattdessen sollen sie in Natur- und Landschaft über Ausgleichs- und Ersatzmaßnahmen oder über Geldzahlungen abgegolten werden.

Doch wie sieht die Kompensation von Naturzerstörung in der Praxis aus? Ist ein Ausgleich oder gar ein Ersatz überhaupt möglich? Und wird den bedrohten Arten und Biotopen dadurch im notwendigen Umfang Rechnung getragen? Welche Rahmenbedingungen braucht es dazu? Wie muss ein Ökokonto aussehen, das seinem Namen verdient? Und welche praxiserprobten Ansätze gibt es für eine gelingende Kompensation?

Das Zukunftsforum Naturschutz stellt die drängende, in der Öffentlichkeit aber kaum bekannte Problematik vor. Es nennt Hintergründe, legt Probleme offen – und zeigt wie Kompensation besser gelingen kann.

Jetzt bewerben und Förderung für Naturschutzporjekt sichern

Eine weitere Runde des Wettbewerbs zur Aktion „Unsere Heimat & Natur“ ist gestartet. Bewerben können sich Initiativen, Vereine, Einzelpersonen und Schulklassen, die sich mit einem Projekt für Naturschutz, Artenvielfalt und den Erhalt von natürlichen Lebensräumen für Tiere und Pflanzen einsetzen. Der Wettbewerb wird ausgeschrieben von der Stiftung NatureLife-International und EDEKA Südwest mit dem Ziel, die Kulturlandschaft hier im Südwesten kontinuierlich fördern und verbessern.

Jedes Jahr werden durch den Wettbewerb bis zu 20 Projekte gefördert. Jedes Gewinnerprojekt erhält zwischen 1.000 und max. 5.000 Euro.

Hier geht es zu den Teilnahmebedingungen, dem Bewerbungsbogen und der Übersichtskarte.

Bewerbungsschluss ist der 31. Januar 2024.

Einige Ortsgruppen des Schwäbischen Albvereins haben bereits daran teilgenommen und Gelder erhalten. Eine Bewerbung lohnt sich also!

 

 

 

Steinkäuze sollen im Unteren Eschachtal wieder heimisch werden

Der Steinkauz ist eine sehr seltene und akut vom Aussterben bedrohte Eulenart. Er leidet unter dem Verlust seiner Lebensräume durch Landschaftsverbrauch und die Aufgabe von Streuobstwiesen. Sein Nahrungsangebot sit vor allem durch die intensive Landwirtschaft start zurückgegangen. Im Gegensatz zu anderen Eulen jagen Steinkäuze auch am Tag.

Weil sie immer weniger natürliche Bruthöhlen in alten Obstbäumen finden, braucht es Nisthilfen, um sie in einem Gebiet zu halten bzw. anzusiedeln. Die Horgener Naturschützer Siegfried Harr und Franz Bob, Eigentümer einer der dortigen Streuobstwesen, haben deshalb im Unterem Eschachtal zwei Steinkauzbrutröhre auf alten Apfelbäumen angebracht. Bereits vor zwei Jahren hatte man eine Brutröhre montiert, finanziert vom Schwäbischen Albverein, Heuberg-Baar-Gau. Die neuen Brutröhren gehören zu einem Förderprojekt der Landesnaturschutzverband (LNV)-Stiftung.

Steinkäuze sind treue Tiere

Steinkäuze leben meist monogam und können 15 Jahre und älter werden. Sie bleiben ihren Nistplätzen treu. Junge flügge Steinkäuze werden noch lange von ihren Eltern gefüttert. Hauptnahrung sind Mäuse, Insekten und Würmer. Steinkäuze jagen bevorzugt in offenem Gelände mit Streuobstwiesen, Feldern, Heckenstreifen und Gehölzinseln.

Um diese kleine Eulenart erfolgreich wieder anzusiedeln, sind mindestens drei Röhren notwendig, da nach der Brut der Nistplatz verunreinigt ist und nicht mehr benutzt wird. Vogelschützer müssen deshalb im Herbst die Brutröhren reinigen und mit feinen Holzspänen als Nistmaterial ausstatten. Eine Röhre dient als Nahrungsdepot und eine als Tageseinstand.

Ziel: Eine neue Population im Unteren Eschachtal ansiedeln

Junge Steinkäuze siedeln sich gerne in der Nähe ihres Geburtsorts an, wenn geeignete Quartiere und Jagdmöglichkeiten vorhanden sind. Bei guten Voraussetzungen ist die Wiederansiedlung von Steinkäuzen durchaus Erfolg versprechend. Bei Unterstützung wie jetzt im Unteren Eschachtal ist die Ansiedlung einer neuen Population gut möglich. Bei erhofftem Erfolg werden im Nahbereich weitere Steinkauzbrutröhren auf Streuobstwiesen mit alten Obstbäumen angebracht.

Ausgezeichnete Naturschutzprojekte des Schwäbischen Albvereins

Zwei Orgruppen sind im Rahmen des Wettbewerbs „Unsere Heimat und Natur“ für ihr Engagement im Naturschutz ausgezeichnet worden: die OG Sachsenheim für das Projekt „Biotopverbund Mettertal“ und die OG Kohlberg/Kappishäusern für ihr Ziegenprojekt.

Im Mettertal engagiert sich die Ortsgruppe Sachsenheim des Schwäbischen Albvereins für einen Biotopverbund, die Pflege der Streuobstwiesen und die Säuberung des Flusses. Als Preisträger des Wettbewerbs „Unsere Heimat und Natur“ erhält die OG insgesamt 2.000 Euro.

4.000 Euro erhält die OG Kohlberg/Kappishäusern für die Pflege des traditionellen Kulturlandschaftsbildes der Vulkanschlote „Jusi“ und „Florian“ am Albtrauf. Seit 2009 engagiert sich die OG für die Pflege von insgesamt acht Hektar Weideflächen an den markanten Zeugenbergen. Auf acht Hektar Obstwiesen produzieren die Ehrenamtlichen Heu für die Winterfütterung.

Das Wettbewerb „Unsere Heimat und Natur“ wird von EDEKA Südwest und die Stiftung NatureLife-International durchgeführt. Gefördert werden Natur- und Artenschutzschutzprojekte in der Region. Den Fördertopf füllt Verbraucherinnen und Verbraucher, indem sie Bio-Kräutertöpfe der EDEKA-Regionalmarke kaufen. Ein Teil des Erlöses geht in die Naturschutzprojekte.

Vorrang für gebäudegebundene Solaranlagen

Das Bündnis „Ländle leben lassen“ aus 24 Umwelt- und Landwirtschaftsorganisationen sammelt derzeit Unterschriften für einen Volksantrag gegen den Flächenverbrauch. Eine Forderung ist dabei, dass beim Ausbau der regenerativen Energien Solaranlagen auf Dächern, sowie auf bereits versiegelten Flächen Vorrang haben müssen.

„Photovoltaik-Anlagen auf Dachflächen müssen absoluten Vorrang haben, um keine zusätzlichen landwirtschaftlichen Flächen zu verbauen“, sagt Juliane Vees, Vorsitzende der LBV-Arbeitsgruppe Erneuerbare Energien, in einer kürzlich veröffentlichen Pressemitteilung. „Darüber hinaus sollten alle Flächen, die für die Landwirtschaft und den Naturschutz ungeeignet sind, wie beispielsweise Lärmschutzwände an Straßen und Schienenwegen, Parkplatz- und Gewerbeflächen, in Zukunft verpflichtend für den Photovoltaik-Ausbau herangezogen werden.“ Ohne Freiflächenanlagen wird es nicht gehen, wenn die Klimaziele rechtzeitig erreicht werden sollen, heißt es weiter. Aber angesichts der Flächenknappheit müssen Hindernisse für den Bau von PV-Anlagen auf Dächern wie z.B. der Denkmalschutz hintanstehen.

Gerhard Bronner vom Landesnaturschutzverband lobt das Land: „Baden-Württemberg hat als erstes Bundesland die Solarpflicht für neue Gebäude eingeführt. Jetzt ist es an der Zeit, auch die Potentiale im Gebäudebestand zu heben.“ Schon jetzt könnten bestehende Dächer und Großparkplätze einbezogen werden. LNV-Vorsitzender Bronner sieht hier die Landesregierung in der Pflicht. „Noch besser wäre es, wenn hier die Bundesregierung aktiv werden würde und in ganz Deutschland Dächer aufgerüstet werden würden.“


Volksantrag „Ländle leben lassen“

Für den Volksantrag werden knapp 40.000 Unterschriften wahlberechtigter Bürgerinnen und Bürger Baden-Württembergs benötigt. Wird dieses Quorum innerhalb eines Jahres erreicht, so muss der Landtag über den Volksantrag beraten und die Initiatoren anhören. Unterschriften für einen Volksantrag müssen handschriftlich auf einem Papierformular geleistet werden. Eine digitale Unterzeichnung ist leider nicht möglich. Unterschriftenblätter gibt es bei allen Geschäftsstellen der Partner, auf Veranstaltungen, bei zahlreichen weiteren Sammelstellen oder online zum Ausdrucken. Das unterschriebene Dokument kann dann an die darauf angegebene Sammeladresse versendet oder in einer der insgesamt 70 Sammelstellen abgegeben werden.

Alle Infos zum Volksantrag sowie zum Download des Unterschriftenformulars


Hintergrund: Flächenverbrauch in Baden-Württemberg

Im 2021 geschlossenen Koalitionsvertrag hat die Landesregierung Baden-Württemberg festgeschrieben, den Flächenverbrauch kurzfristig auf 2,5 Hektar pro Tag und bis 2035 auf Netto-Null zu reduzieren. In den letzten Jahren wurden jedoch durchschnittlich zwischen fünf und sechs Hektar unbebauter Natur in Siedlungs- und Verkehrsflächen umgewandelt – Tendenz steigend. Die bislang ergriffenen Maßnahmen – z. B. im Rahmen des freiwilligen Bündnisses zum Flächensparen – reichen also nicht aus, dieses Ziel wirksam umzusetzen. Deshalb haben sich mehr als 20 Umwelt-, Naturschutz- und Landwirtschaftsverbände, unter ihnen auch der Schwäbische Albverein, zusammengeschlossen, um mit dem Volksantrag „Ländle leben lassen“ verbindliche Obergrenzen für den Neuverbrauch an Flächen zu erreichen und gesetzlich zu verankern.

Einladung zu einer Wanderung mit Naturschutzeinsatz im Großen Lautertal

Am Samstag, 26. August, lädt der Schwäbische Albverein zur Burg Derneck ins Große Lautertal ein. Unter der fachkundigen Leitung von Jörg Dessecker, dem Leiter des Landschaftspflegetrupps des Albvereins, und Paul Jörg von der Ortsgruppe Gundelfingen, geht es in auf eine etwa sieben Kilometer lange Tour. Unterwegs erfahren die Teilnehmenden mehr über die Flora und Fauna und deren Pflege rund um die Burg Derneck nahe.

Ohne die Arbeit von tierischen und menschlichen Landschaftspflegern gäbe es viele Kulturlandschaften auf der Schwäbischen Alb nicht mehr. Typische Magerwiesen und Wacholderheiden etwa brauchen die Pflege von Schafen, die den Bewuchs kurzhalten. Oder den Einsatz von Menschen, wie den Mitarbeitenden des Landschaftspflegetrupps des Schwäbischen Albvereins mit ihren Freischneidern und Motorsägen.

Landschaftspflegeeinsatz inklusive

Unterwegs können die Teilnehmenden dann selbst Hand anlegen bei einer kleinen Landschaftspflegeaktion auf einer Wacholderheide. Mit Rechen und Gabeln gilt es Schnittgut zusammenzutragen, damit es weggefahren werden kann. Zum Abschluss können regionale Produkte aus heimischer Landwirtschaft probiert werden.

Treffpunkt ist um 10 Uhr am Wanderparkplatz unterhalb der Burg Derneck beim „Spielplatz Breitle“. Ende der Veranstaltung ist um 15:30 Uhr. Vesper und Getränke gibt es gegen einen Unkostenbeitrag von 12 Euro für Erwachsene, 6 Euro für Kinder.

Anmeldung bitte bis 14. August unter naturschutz@schwaebischer-albverein.de oder telefonisch unter 0711 / 22585-14.

Stiftung Naturschutzfonds fördert Naturschutzprojekte

Es sind wieder Bewerbungen bei der Stiftung Naturschutzfonds Baden-Württemberg möglich. Vereine, gemeinnützige Organisationen, kommunale Stellen, Hochschulen oder Privatpersonen können sich um einen Zuschuss für ihre Naturschutzprojekte bewerben.

Unter dem Motto „Wir fördern Vielfalt“ richtet sich die Förderung der landesweit tätigen Naturschutzstiftung insbesondere an Naturschutzaktive, die Projekte zum Erhalt und zur Stärkung der biologischen Vielfalt umsetzen wollen. Das Förderspektrum der Stiftung ist dabei weit gefasst: Bildungsprojekte für nachhaltige Entwicklung und Naturschutz, Projekte zur Anpassung an den Klimawandel oder Maßnahmen zum Artenschutz können mit Mitteln der Stiftung Naturschutzfonds unterstützt werden.

Zwei Möglichkeiten der Antragstellung

Anträge auf Projektförderung mit einem Zuwendungsbetrag von unter 50.000 Euro können ab sofort fortlaufend bei der Stiftung Naturschutzfonds eingereicht werden. Eine Entscheidung über die Förderung erfolgt dann nach Eingang.

Anträge auf Projektförderung mit einem Zuwendungsbetrag von über 50.000 Euro können bis zum Stichtag 2. November 2023 bei der Stiftung Naturschutzfonds gestellt werden. Eine Entscheidung des Stiftungsrates über die Förderung erfolgt vorsichtlich im März/April 2024.

Infos zur aktuellen Ausschreibung

Am 14. September bietet die Stiftung eine Online-Infoveranstaltung zur aktuellen Ausschreibung an. Alle Infos dazu sowie zu den nötigen Bewerbungsunterlagen finden Sie unter https://stiftung-naturschutz-bw.de/zuwendungsbereich-allgemeiner-haushalt.

 

 

Jetzt bewerben beim Streuobstpreis 2023

Bis 31. Oktober können sich Einzelpersonen, Vereine und andere Gruppen um den Streuobstpreis des Landes Baden-Württemberg bewerben. Er steht in diesem Jahr unter dem Motto „Streuobstbestände im Wandel – aufwerten, neuanlegen und nachpflanzen“. Der Preis ist dotiert mit 3.000 Euro und wird in der Regel an drei Projekte vergeben.

Bewertet wird ein Vorher-Nachher-Vergleich des Streuobstbestandes im Wandel, heißt es in der Ausschreibung. Dazu zählt die Beschreibung des Ausgangs- und Endzustandes des Bestandes und der durchgeführten und geplanten Maßnahmen. Diese sollen die Bestände aufwerten bzw. neue Bestände sollen angelegt oder Bäume nachgepflanzt werden. Haben die Antragstellenden selbst an einer Weiterbildung zum Thema teilgenommen oder bilden andere Menschen in Bezug auf das diesjährige Motto fort, ist dies ebenfalls von Interesse. Neben der Bewerbung sollen gern auch Fotobeiträge des Streuobstbestands im Wandel eingereicht werden.

In Baden-Württemberg stehen die größten zusammenhängenden Streuobstbestände Europas. Sie sind Lebensraum für rund 5.000 Tier- und Pflanzenarten und ein wertvolles Gen-Reservoir für rund 3.000 Obstsorten. Viele Streuobstwiesen werden liebevoll von Privateigentümerinnen und -eigentümern gepflegt und erhalten. Der Streuobstpreis würdigt dieses Engagement.

Hier finden Sie alle weiteren Informationen und die Bewerbungsunterlagen.

Volksantrag Ländle leben lassen: Erste Zwischenbilanz ist positiv

Vor rund zwei Monaten ist der Volksantrag „Ländle leben lassen“ gestartet. Die Initiative wird getragen von einem breiten Bündnis aus Naturschutz- und Landwirtschaftsverbänden. Gemeinsam wollen diese nicht länger zusehen, wie die Landschaft in Baden-Württemberg weiter zersiedelt wird und fordern von der Landesregierung, endlich wirksame Maßnahmen gegen den verheerenden Flächenfraß zu ergreifen.

Bei einer ersten Zwischenbilanz zeigen sich die Initiatoren des Bündnisses zum Volksantrag „Ländle leben lassen“ zufrieden. Seit dem Startschuss am 28. April sind rund 20.000 Unterschriftenblätter bei der zentralen Sammelstelle eingegangen. Damit sind die Hälfte der erforderlichen Unterschriften erreicht. Zu Verdanken sei das vor allem den zahlreichen engagierten Mitgliedern , die auf Veranstaltungen, an Info- und Marktständen oder in zentralen Sammelstellen im Einsatz sind und um Unterstützung geworben haben, heißt es in einer Pressemitteilung des Bündnisses Ländle leben lassen.

Gerhard Bronner, Vorsitzender des Landesnaturschutzverbandes (LNV) betont: „Wir sind auf einem sehr guten Weg, den Flächenverbrauch mehr ins öffentliche Bewusstsein zu bringen. Jetzt gilt es, nicht nachzulassen und auch über den Sommer weiter dranzubleiben. Damit können wir ein deutliches Zeichen setzen, dass es dringlich eine Lösung braucht.“

Jetzt gilt es, alle Möglichkeiten zu nutzen, um Menschen für die gemeinsamen Ziele des Volksantrags zu gewinnen. Es lohnt sich im Kleinen wie im Großen Unterschriften zu sammeln, etwa auf Wochenmärkten, in Hofläden oder im Privaten und die Menschen auf den massiven Flächenverbrauch aufmerksam zu machen.

Dem Bündnis gehören neben Naturschutzverbänden u.a. auch Vertreterorganisationen der Bauern, Fischer und Jäger, der Landesjugendring Baden-Württemberg und Landfrauenorganisationen und weitere Verbände und Vereine an. Insgesamt stützen 22 Organisationen den Antrag. Der Schwäbische Albverein gehört mit den Initiatoren des Antrags.


Hintergrund: Flächenverbrauch in Baden-Württemberg

Im 2021 geschlossenen Koalitionsvertrag hat die Landesregierung Baden-Württemberg festgeschrieben, den Flächenverbrauch kurzfristig auf 2,5 Hektar pro Tag und bis 2035 auf Netto-Null zu reduzieren. In den letzten Jahren wurden jedoch durchschnittlich zwischen fünf und sechs Hektar unbebauter Natur in Siedlungs- und Verkehrsflächen umgewandelt – Tendenz steigend. Die bislang ergriffenen Maßnahmen – z. B. im Rahmen des freiwilligen Bündnisses zum Flächensparen – reichen also nicht aus, dieses Ziel wirksam umzusetzen. Deshalb haben sich mehr als 20 Umwelt-, Naturschutz- und Landwirtschaftsverbände um einen Trägerkreis aus Bund für Umwelt- und Naturschutz (BUND) Landesverband Baden-Württemberg, Landesnaturschutzverbund Baden-Württemberg (LNV), Landesbauernverband (LBV) und Badischer Landwirtschaftlicher Hauptverband (BLHV) zusammengeschlossen, um mit dem Volksantrag „Ländle leben lassen“ verbindliche Obergrenzen für den Neuverbrauch an Flächen zu erreichen und gesetzlich zu verankern.

Für den Volksantrag werden knapp 40.000 Unterschriften wahlberechtigter Bürgerinnen und Bürger Baden-Württembergs benötigt. Wird dieses Quorum innerhalb eines Jahres erreicht, so muss der Landtag über den Volksantrag beraten und die Initiatoren anhören. Unterschriften für einen Volksantrag müssen handschriftlich auf einem Papierformular geleistet werden. Eine digitale Unterzeichnung ist leider nicht möglich. Unterschriftenblätter gibt es bei allen Geschäftsstellen der Partner, auf Veranstaltungen, bei zahlreichen weiteren Sammelstellen oder online zum Ausdrucken. Das unterschriebene Dokument kann dann an die darauf angegebene Sammeladresse versendet oder in einer der mehr als 70 Sammelstellen abgegeben werden.


JETZT AKTIV WERDEN!

Unser „Ländle“ braucht uns! Darum müssen wir jetzt aktiv werden und mit unserem Volksantrag ein Zeichen setzen. Bereits bei 40.000 gesammelten Unterschriften muss der Landtag über den Antrag beraten und die Initiatoren anhören.

Unterstützen Sie den Volksantrag mit Ihrer Unterschrift! Gemeinsam können wir den Flächenfraß stoppen und unser Ländle leben lassen.

Unterschreiben
Machen Sie jetzt mit. Bitte laden Sie Formblatt herunter, drucken es aus und unterzeichnen Sie es.

Abschicken
Das unterschriebene und adressierte Formblatt in einen Umschlag stecken, Briefmarke drauf und an die auf dem Formblatt angegebene Adresse schicken.

Weitergeben

Drucken Sie gleich mehrere Formulare aus und sammeln Sie weitere Unterschriften in Ihrer Familie, im Freundes- und Bekanntenkreis oder in Ihrer Ortsgruppe.

Hier gibt es zudem eine Schritt-für-Schritt-Anleitung zum Ausfüllen und Abschicken des Formblatts.

Weitere Informationen zum Volksantrag „Ländle leben lassen“ sowie Aktionsmaterial für Unterschriftenaktionen finden Sie unter www.laendle-leben-lassen.de.

Blumenwiesenfest in Bad Urach: Einiges los auf der Wiese

Grashüpfer, Hummeln, Goldlaufkäfer, Schmetterlinge; dazu Wiesen-Salbei, Rot-Klee, Acker-Witwenblumen und der zottige Klappertopf – beim Blumenwiesenfest am 24. Juni in Bad Urach-Wittlingen drehte sich alles um die artenreiche Flora und Fauna auf der Schwäbischen Alb.

Die 22 teilnehmenden Naturfreunde, sieben davon Kinder, waren gut ausgerüstet mit Kescher und Becherlupen, aber auch natürlichen Hilfsmitteln wie einem guten Auge und spitzen Fingern auf dem Albvereins-Grundstück am Hartburren unterwegs. Unter der Leitung von Thomas Klingseis, Diplombiologe und Umweltpädagoge (faunistischer Teil) und Hanna Eberlein vom Regierungspräsidium Tübingen Referat 56 – Naturschutz und Landschaftspflege (botanischer Teil) machten sie sich ans Werk.

Vielfalt auf der Blumenwiese

Die Hitze der vergangenen Woche hatte die meisten Blüten schon zum Verblühen gebracht. Dennoch gab es noch einiges zu finden: Wiesen-Salbei, Wiesen-Margerite, Rot-Klee, Spitzwegerich, Acker-Witwenblumen und teilweise auch noch der zottige Klappertopf. Hanna Eberlein half beim Bestimmen der Pflanzen, von denen zum Teil nur noch die Fruchtstände zu sehen waren.

Eine kurze Frage muss an dieser Stelle sein: Woher der Klappertopf seinen Namen? Das konnten die Teilnehmerinnen und Teilnehmer mit den eigenen Ohren hören. Denn die Samenstände der abgeblühten Pflanze klappern im Wind. Gepflückt und geschüttelt lässt sich der Klappertopf als kleine Rassel verwenden.

Hausrezept gegen Mückenstiche

Aua, das juckt und schmerzt! Mückenstiche lassen sich bei derlei Unternehmen auf der Wiese leider nicht vermeiden. Hanna Eberlein hat hier eine pflanzliche Sofortmaßnahme parat. Bei Stichen aller Art hilft nämlich, Spitzwegerich zwischen den Fingern zu zerreiben und den Pflanzensaft auf den Stich zu streichen.

Insektenreiche Wiese

Auch verschiedenes kleines Getier fand sich auf der Wiese: Viele verschiedene Tiere gefunden: Schmetterlinge wie Ochsenauge und Bläuling, Grashüpfer, Grasnelkenwidderchen, Hummeln, Spinnen, Goldlaufkäfer und Feldgrillen, lateinisch Gryllus campestris. Vier männliche Grillen konnten die Kinder mit dem Käscher fangen. Thomas Klingseis hatte sogar Terrarien dabei, die die Kinder mit etwas Erde befüllten. Dort wurden die gefangenen Feldgrillenmännchen dann hineingesetzt, um sie genauer zu betrachten. Übrigens: Im Unterschied zu den Männchen haben die weiblichen Grillen eine nach hinten ragende Legeröhre.

Spannende Feldgrillen

Feldgrillen sind glänzend schwarz gefärbt. Fliegen können sie nicht. Sie leben in 10 bis 20 cm tiefen und zirka 2 cm breite Röhren in der Erde. Nur die Männchen können singen oder zirpen. Die Geräusche entstehen, sie ihre Vorderflügel aneinander reiben. Das ist etwa wie bei einer Geige, bei der der Bogen über die gespannten Saiten gezogen wird. Treffen beim Umherstreifen im Gelände zwei Männchen aufeinander, betasten sie sich mit den Fühlern und der Revierinhaber beginnt mit dem Rivalengesang, der aus einer langen Folge gleichartiger Schallsignale besteht. Das schreckt offensichtlich den Eindringlich ab. Wenn nicht, geht die Sache nicht gut aus. Heftige, gar tödliche Kämpfe sind die Folge – zu beobachten in dem Terrarium. Um Leben zu retten, wurden sie freigelassen, denn sonst wäre am Ende nur eine männliche Grille im Terrarium übriggeblieben.

Auch nächstes Jahr soll es wieder ein Blumenwiesenfest geben für alle, die in der Natur gerne mal etwas genauer hinschauen und Geschichten und Dramen in der Pflanzen- und Tierwelt live miterleben wollen. Wir laden rechtzeitig dazu ein.

Katharina Heine, Referentin Naturschutz beim Schwäbischen Albverein