Naturerlebnis und praktische Landschaftspflege – Macht mit!

Vom 25. bis 28. September findet im Naturschutzgebiet Füllmenbacher Hofberg bei Sternenfels-Diefenbach (Enzkreis) ein großer Landschaftspflegeeinsatz statt. Der Schwäbische Albverein ist dabei auf viele helfende Hände von freiwilligen Helferinnen und Helfern angewiesen. Ehrenamtliche können sich an einzelnen Tagen engagieren oder den ganzen Zeitraum mit dabei sein und dafür im Wanderheim Füllmenbacher Hof übernachten.


Artenreiche Trockenrasenflächen schützen

Der Füllmenbacher Hofberg besteht vorrangig aus artenreichen Trockenrasenflächen, die von Weinbergen und Waldflächen umrahmt werden. Das Gebiet ist ein optimaler Lebensraum für zahlreiche gefährdete Tiere und Pflanzen, wie zum Beispiel das Purpur-Knabenkraut – eine heimische Orchideenart. Damit dieser südexponierte Trockenrasen in seiner einzigartigen Struktur erhalten bleibt ist eine regelmäßige Pflege notwendig. Nur so kann eine Verbuschung verhindert werden. Der Landschaftspflegetrupp des Schwäbischen Albvereins sorgt gemeinsam mit den ehrenamtlichen Helfern aus den Ortsgruppen seit über 30 Jahren für diese Pflege.

Ihr Einsatz für den Naturschutz auf dem Füllmenbacher Hofberg

Der Pflegetrupp mäht vor ab die Flächen und schneidet zugewucherte Areale aus. Die Aufgabe der Freiwilligen ist dann, das angehäufte Schnitt- und Mähgut mit Rechen und Heugabeln von den an den Fuß des Berghangs zu schaffen, wo es von einem Landwirt zur Kompostierung abgeholt wird.

Neben dem aktiven Einsatz für den Naturschutz, erfahren die Ehrenamtlichen mehr über die Bedeutung der Landschaftspflege zum Erhalt artenreicher Kulturlandschaften. Zusätzlich bieten wir eine Exkursion durch das Naturschutzgebiet an, bei der die Teilnehmenden mehr über die Flora und Fauna vor Ort und die Geschichte des Biotops erfahren.


Wann, wo und wie?

  • Arbeitseinsatz von Mittwoch bis Samstag, 25. bis 28. September
  • Arbeitszeit von 7:30 Uhr bis 16:30 Uhr, kann je nach Wetter abweichen, Ende am Samstag gegen 15 Uhr.
  • Anzahl der Teilnehmenden: 10 Personen für den gesamten Zeitraum. Es besteht die Möglichkeit, auch an einzelnen Tagen mitzuarbeiten.
  • Mindestalter für die Teilnahme: 18 Jahre

 Unsere Leistungen:

  • Unterkunft in unserem Wanderheim Füllmenbacher Hof
  • Übernachtung in Gruppenräumen, Vollverpflegung (Mithilfe bei der Küchenarbeit erwünscht)
  • eine naturkundliche Führung
  • Naturgenuss und eine befriedigende Arbeit im Freien bei der Landschaftspflege

Mitbringen:

Feste Schuhe und Arbeitskleidung/Kleidung
Handschuhe und Arbeitsmaterial (Rechen, Heugabeln etc.) werden gestellt

Kosten und Anreise:

Der Schwäbische Albverein übernimmt alle Kosten für Übernachtung und Mahlzeiten. Die Teilnehmenden kümmern sich selbst um ihre Anreise.

Wir freuen uns über viele Teilnehmende.

Weiterführende Infos und Anmeldung:
Referat Naturschutz
Naturschutzreferentin Katharina Heine
Telefon: 0711 22585-34 (Mo, Fr, ganztägig)
naturschutz@schwaebischer-albverein.de

Ortsgruppe Gundelfingen für Naturschutzprojekt ausgezeichnet

Im Großen Lautertal gibt es viele wertvolle Kalkmagerrasen, die nur durch konsequente Pflege erhalten werden können. Die Die Ortsgruppe Gundelfingen des Schwäbischen Albvereins engagiert sich sehr für den Schutz dieser wertvollen Naturräume. Für dieses Engagement ist sie im Rahmen des Naturschutzwettbewerbs „Unsere Heimat und Natur“ von Edeka Südwest und der Stiftung NatureLife-International mit 3.000 Euro ausgezeichnet worden.

Selbst früher weit verbreitete Tier- und Pflanzenarten sind mittlerweile gefährdert. Der Artenrückgang wird verstärkt durch den Klimawandel, der mit Hitze und Trockenheit, aber auch Startregenereignissen einhergeht. Vielfältige Biotopstrukturen in der Kulturlandschaft werden deshalb immer wichtiger. Projekte und Initiativen, die helfen, neue Biotope anzulegen und zu vernetzen, gefährdete Lebensräume zu pflegen und zu sichern, gewinnen immer mehr an Bedeutung, hieß es in der Pressemitteilung zur Preisverleihung.

Die OG Gundelfingen leistet hier einen wichtigen Beitrag. Ehrenamtliche mähen die wertvollen Flächen regelmäßig. Außerdem werden Ziegen eingesetzt, die die Kalkmagerwiesen beweiden. So bleiben Standorte verschiedener Orchideen und anderer Blühpflanzen als Basis für vielerlei spezialisierte Insekten – wie Wildbienen und Schmetterlinge – erhalten und gesichert.  

Herzlichen Glückwunsch an die OG Gundelfingen!


Ab Oktober wieder Bewerbungen möglich

Ortsgruppen des Schwäbischen Albvereins sind in der Vergangenheit immer wieder mit Mitteln aus dem EDEKA-Wettbewerb gefördert worden. Zum Beispiel die OG Sachsenheim für das Projekt „Biotopverbund Mettertal“ und die OG Kohlberg/Kappishäusern für ihr Ziegenprojekt.

Bewerbungen sind wieder ab Oktober möglich. Es lohnt sich! Infos unter www.zukunftleben.de

Jetzt anmelden zum Youth in Nature-Programm!

Heimische Tiere und Pflanzen erforschen, mit Fachleuten auf Exkursion gehen und gleichgesinnte Naturbegeisterte treffen – das steht auf dem Programm von Youth-in-Nature. In den Gruppen in Stuttgart, Ravensburg, Tübingen und Karlsruhe sind für das kommende Schuljahr sind noch Plätze frei.

Werde Artenkenner*in
Ziel des Programms des Landesnaturschutzverbands Baden-Württemberg ist, jungen Menschen die Vielfalt der Fauna und Flora in ihrer Region zu vermitteln und sie zu Artenkennerinnen und Artenkennern zu machen. Denn Menschen, die Tiere und Pflanzen beim Namen kennen, Vorgänge in der Natur beurteilen können und Landschaften und Biotope lieben gelernt haben, setzen sich erfahrungsgemäß auch eher für deren Schutz ein.

Teilnahmebedingungen
Für die Teilnahme ist eine kleine Bewerbung erforderlich. Bewerben können sich naturinteressierte Jugendliche zwischen 12 und 18 Jahren. Für das nächste Schuljahr sind für jede Gruppe 6 bis 7 Exkursionstage geplant. Die Ravensburger Gruppe wird sogar noch eine Wochenend-Exkursion machen.

Die Teilnahmegebühr beträgt 75 Euro für das nächste Schuljahr. Ermäßigungen sind möglich.

Alle Infos und Anmeldung

 

Purzelkäfer, Grashüpfer und Marienkäfer – viel los auf der Blumenwiese

Eigentlich darf man nicht auf eine Blumenwiese laufen und Sträuße pflücken oder Insekten sammeln. Aber zum Blumenwiesenfest im Juni in St. Johann-Ohnastetten hatte der Schwäbische Albverein auf sein eigenes Grundstück eingeladen. Der pachtende Landwirt hatte die Wiese extra stehen lassen, damit genügend Blumen, Gräser und Insekten zu finden sind.

 

Eifrig sammelten vor allem die teilnehmenden Kinder Anschauungsmaterial. Mit Fangnetzen, Keschern und Gläschen waren sie in der Wiese unterwegs, um Insekten zu finden. Dazu noch verschiedene Wiesenblumen. Doch wie heißen die Krabbeltiere und Pflanzen eigentlich?

Unter anderem gab es da den gelbgrünen Purzelkäfer, verschiedene Schmetterlinge wie den Bläuling oder das Ochsenauge, Grillen und Grashüpfer, Spinnen und Siebenpunkt-Marienkäfer.

Und zum heimischen Siebenpunkt-Marienkäfer gab es gleich Spannendes zu erzählen. Der hat es nämlich mittlerweile ziemlich schwer, weil er vom asiatischen Marienkäfer verdrängt wird. Letzterer kommt heute nicht mehr nur in Japan und China vor, sondern auch in Nordamerika und Europa. Er kam unter anderem deshalb hierher, weil er wesentlich mehr Blattläuse am Tag verzehrt und deshalb seit den 1980er Jahren in großem Stil zur biologischen Schädlingsbekämpfung eingesetzt wird.

Zum Vergleich: Unser heimischer, roter Siebenpunk-Marienkäfer vertilgt rund 50 Blattläuse am Tag, der asiatische, orange-farbene Kollege schafft locker das Fünffache. Auch beim Nachwuchszeugen liegt der asiatische Marienkäfer vor unserer heimischen Variante. Letzterer bekommt nämlich nur einmal im Jahr „Kinder“, beim asiatischen Marienkäfer wenigstens zwei neue Generationen, oftmals aber auch mehr, vorausgesetzt die Bedingungen stimmen.

Der Name Marienkäfer ist übrigens auf die Jungfrau Maria zurückzuführen. In ihrem Auftrag, so glaubte man früher, seien die kleinen Krabbeltiere in der Schädlingsvertilgung tätig. Zudem sollten sie vor Hexen und Unheil schützen. Bis heute sind sie ein Symbol für Glück.

 

Auch viele Pflanzen gab es auf der Wiese zu entdecken. War im vorigen Jahr aufgrund von Trockenheit schon fast alles verblüht, gab es heuer viele bunte Blüten –Wiesen-Salbei, Wiesen-Storchschnabel, Wiesen-Margerite, Wiesen-Bocksbart, zottiger Klappertopf, Ackerwitwenblume, Futter-Esparsette, Wiesen-Knäuelgras und noch einiges mehr. Umweltpädagoge Thomas Klingseis, der die Gruppe anleitete, empfahl als praktische Bestimmungshilfe für die Pflanzen die App Flora Incognita.

Leider werden artenreiche Blumenwiesen immer seltener. Grund dafür ist, dass sie häufig zu oft gemäht werden und sich die Pflanzen so nicht wirklich neu aussähen können. Oder sie verschwinden ganz, weil sie in Intensivgrünland zur Futterproduktion umgewandelt werden. Düngemittel und Pestizide, die in der Landwirtschaft eingesetzt werden, setzen ihnen zu und zerstören die Artenvielfalt. Letztere ist auch durch invasive Arten bedroht, etwa das indische Springkraut und die kanadische Goldrute, die alles überwuchern. Dazu kommen der Klimawandel und die höheren Temperaturen, die den Lebensraum verändert. Es überwintern zum Beispiel immer mehr der aus dem Mittelmeerraum stammenden Falter bei uns. Auch setzen Extremwetterereignisse wie Dürren oder Starkregen den Blumenwiesen zu.

Umso wichtiger ist es, Blumenwiesen zu schützen und zu pflegen und die Flächen, die es noch gibt, zu erhalten. Dafür setzt sich der Schwäbische Albverein ein – unter anderem mit Bildungsveranstaltungen wie dem Blumenwiesenfest.

Vielen Dank an die Ortsgruppe Upfingen, die dieses Jahr beim Blumenwiesenfest mitgearbeitet hat, für Getränke gesorgt und zum gemütlichen Abschluss das Grillfeuer angeheizt hat.

Katharina Heine/Ute Dilg

Das Blumenwiesenfest 2025 findet Mainhardt statt. Wir laden rechtzeitig dazu ein.

Volksantrag gegen den Flächenverbrauch „Ländle leben lassen“: Anhörung im Landtag

Im Frühjahr reichte ein Bündnis von 26 Umwelt- und Landwirtschaftsorganisationen 53.000 Unterschriften für einen Volksantrag gegen den Flächenverbrauch beim Landtag ein. In einer gemeinsamen Sitzung von fünf Landtagsausschüssen hörten sich am Freitag, 14. Juni, die Abgeordneten die Argumente der Initiatoren des Volksantrages und weiterer Experten an.

Die Ausschüsse „Landesentwicklung und Wohnen“, „Ernährung, Ländlicher Raum und Verbraucherschutz“, „Umwelt, Klima und Energiewirtschaft“, „Verkehr“ und „Wirtschaft, Arbeit und Tourismus“ wollten sich so im Vorfeld einer Landtagsentscheidung über den Volksantrag ein Bild machen, wie in der Fachwelt der Volksantrag beurteilt wird.

Reduzierung des Flächenverbrauchs als zentrales Ziel

Zentrales Anliegen des Volksantrages ist die rasche Reduzierung des Flächenverbrauchs auf 2,5 Hektar pro Tag und längerfristig auf Netto-Null, wie sie im Koalitionsvertrag bereits beschlossen, aber noch nicht vollzogen wurde. Erreicht werden soll dieses Ziel durch verbindliche Obergrenzen für die Ausweisung neuer Bebauungspläne. Bündnissprecher Gerhard Bronner, Vorsitzender des Landesnaturschutzverbandes Baden-Württemberg, betonte, dass die Schaffung von neuem Wohnraum und Gewerbeflächen auch dann möglich sei, wenn man mit Fläche sparsamer und effizienter umgeht. Handlungsbedarf bestehe dabei weniger in den Ballungsräumen als im Ländlichen Raum, wo 80 Prozent des Flächenverbrauchs stattfindet. Bauen in die Höhe und nicht in die Breite sei eine Strategie. Noch wichtiger sei es aber, die Potenziale im bebauten Bereich wie Baulücken und Leerstände zu mobilisieren. Engagierte Kommunen zeigen bereits heute, was möglich ist, sind aber leider noch nicht in der Mehrheit.

Landwirtschaftliche Flächen schützen

Marco Eberle, Hauptgeschäftsführer des Landesbauernverbandes, ging insbesondere auf den Schutz der landwirtschaftlichen Flächen ein. Fruchtbare Erde müsse weiterhin für die Produktion von Nahrungs- und Futtermitteln bereitstehen und dürfe nicht weiter versiegelt werden. Dazu müssten endlich verbindliche Vorgaben zum Schutz der Böden erlassen werden. Diese seien notwendig, um eine regionale Lebensmittelproduktion und die Zukunft der heimischen Landwirtschaftsbetriebe gewährleisten zu können. Allein der durchschnittliche Flächenverlust der letzten 10 Jahre in Höhe von 5 Hektar pro Tag entspräche pro Woche der Fläche eines landwirtschaftlichen Betriebes in Baden-Württemberg.

„Ziele“ statt „Grundsätze“

Eine konkrete Forderung des Bündnisses lautet, im neuen Landesplanungsgesetz das von der Regierungskoalition beschlossene Flächensparziel als „Ziel“ und nicht als „Grundsatz“ der Raumplanung festzusetzen. Ziele müssen umgesetzt werden, über Grundsätze kann man sich in der Abwägung hinwegsetzen. Daneben enthält der Volksantrag eine Reihe von weiteren Forderungen wie „Gewerbeflächenpools“ und den besonderen Schutz fruchtbarer Böden. Der Ausbau der Photovoltaik solle bevorzugt auf bereits versiegelten Flächen wie beispielsweise Parkplätzen und großflächigen Flachdächern erfolgen.

Vorrang für Innenentwicklung – der Bund in der Pflicht

Bei der Anhörung kamen auch die Kommunalverbände und verschiedene Experten zu Wort, von denen etliche den Volksantrag kritisch sahen. Allerdings bekannten sich alle zum Vorrang der Innenentwicklung, für die die Gemeinden freilich mehr Ressourcen und rechtliche Instrumente benötigen.

Hier sieht „Ländle leben lassen“ insbesondere den Bund in der Pflicht. Die Gemeinden brauchen mehr und praktikablere Instrumente, um erfolgreich Innenentwicklung betreiben zu können, so z. B. eine „Innenentwicklungsmaßnahme“. Die vom Bundeskanzleramt betriebene geplante Änderung des § 246e im Baugesetzbuch, der Trabantensiedlungen auch fernab besiedelter Bereiche ermöglichen soll, würde den Flächenfraß noch verstärken und müsse umgehend aufgegeben werden.

Interessant auch die Frage an Albrecht Reuß von der Architektenkammer, wieviel mehr an Nutzfläche für Wohnen und Gewerbe denn durch Innenentwicklung geschaffen werden könne. Im ländlichen Raum sei da durchaus der Faktor 2 drin, meinte Reuß. Allerdings gäbe es auch vielfältige Hemmnisse, an denen gearbeitet werden müsse.

Der Landtag wird sich in den nächsten Wochen und Monaten weiter mit dem Thema beschäftigen und über den Volksantrag entscheiden.

Pressemitteilung des Trägerbündnisses Volksantrag „Ländle leben lassen“

Ehrennadel des Landesnaturschutzverbands an engagierten Albvereinler

Richard Haussmann, langjähriger Naturschutzwart aus Neuffen, ist mit der LNV-Ehrennadel für seine besonderen Verdienste im Naturschutz und in der Landschaftspflege gewürdigt worden. Die Auszeichnung überreichte der LNV-Vorsitzende Dr. Gerhard Bronner am Rande der Mitgliederversammlung des Verbands am 20. April.

Ehepaar Haussmann bei der Ehrung. Foto: LNV/Schade-Michl

Laudator Dr. Hans-Ulrich Rauchfuß, Präsident des Schwäbischen Albvereins würdigte das jahrzehntelange Engagement von Richard Haussmann für die Landschaftspflege und den Erhalt sensibler Biotope. Haussmann war über 20 Jahre Naturschutzwart des Schwäbischen Albvereins mit Schwerpunkt für den Bereich Neuffen. Er organisierte Pflegeeinsätze, war Ansprechpartner für das Regierungspräsidium und unterstützte den Pflegetrupp des Schwäbischen Albvereins.

Schutz der Neuffener Heide als Lebensaufgabe

Das besondere Engagement von Richard Haussmann galt dem Naturschutzgebiet „Neuffener Heide“. Ohne die langjährigen, von Richard Haussmann organisiert und tatkräftig unterstützten Landschaftspflegeeinsätze würden sich Schwarzdorn und Wildrosen an den Hängen des Hohenneuffen ausbreiten und der gesamte Bereich verbuschen, stellte Laudator Rauchfuß fest. Die Beweidung durch Schafe alleine kann das Aufkommen der Gehölze nicht verhindern. Die früheren Aufgaben des Schäfers übernimmt mit der Schwäbische Albverein. Ohne diese regelmäßige Mahd und das Freischneiden würden die Halbtrockenrasengesellschaften mit ihren vielen seltenen und geschützten Pflanzen, darunter seltene Orchideen, verschwinden. Seit Sommer 2023 hat er seine Aufgabe in jüngere Hände übergeben.

Jugendliche für die Landschaftspflege gewinnen

Es gelang dem früheren Lehrer Richard Haussmann schon früh, Jugendliche für die Landschaftspflege zu gewinnen und einzubeziehen. Als Lehrer nutzte er seine Kontakte und in Folge halfen die Lehrlinge der Lehrwerkstatt von Bielomatik und verschiedene Schulklassen der Realschule Neuffen tatkräftig und regelmäßig beim Zurückschneiden der Gehölze und der Mahd. Neben diesem Engagement unterstützt Richard Haussmann den Pflegetrupp des Schwäbischen Albvereins im Teckbereich beim Schopflocher Torfmoor. Er war Vertreter des Albvereins bei den Sitzungen des LNV-AK Esslingen und unterstützte die Aktionen des Landschaftserhaltungsverbandes Esslingen. Laudator Dr. Hans-Ulrich Rauchfuß würdigte das große Engagement von Richard Haussmann und nennt besonders die Unterstützung der Naturschutzmaßnahmen durch dessen Ehefrau.

Im Schwäbischen Albverein verwurzelt

Herr Haussmann bedankte sich herzlich für die lobenden Worte und die Ehrung. Er kam bereits im Jahr 1953 zum Schwäbischen Albverein, ist in diese Gemeinschaft hineingewachsen und mit dem Verein groß geworden. Im Schwäbischen Albverein durchlief er verschiedene Stationen vom Wanderwart zum Naturschutzwart und Schriftführer. Seit 1979 widmete er sich gemeinsam mit seiner Frau verstärkt der Jugendarbeit und gründete eine Schülergruppe, die von rd. 50 Kindern besucht wurde. Die damals gebastelten und aufgehängten Nistkästen hängen heute noch und werden regelmäßig gepflegt.

 

Naturschutz und Genuss beim Wandern im Großen Lautertal

Am 27 April laden wir Sie von 10 bis 14 Uhr zu einer naturkundlichen Wanderung ein rund um die Burg Derneck im Großen Lautertal ein.

Jörg Dessecker, der Leiter des Landschaftspflegetrupps des Albvereins, und Paul Jörg von der Ortsgruppe Gundelfingenführen über die typischen Wacholderheiden und erläutern die dortige Artenvielfalt. Sie erklären den Nutzen der Landschaftspflege durch Schafe und Menschen, um der Verbuschung der Wacholderheiden Einhalt zu gebieten. Die Teilnehmenden können dann selber mit Rechen und Gabeln etwas Hand anlegen. Zum Abschluss besteht die Gelegenheit, regionale Produkte aus heimischer Landwirtschaft zu probieren.

Treffpunkt ist um 10 Uhr am Wanderparkplatz unterhalb der Burg Derneck beim „Spielplatz Breitle“. Ende der Veranstaltung ist um 14 Uhr. Die Runde ist etwa 8 Kilometer lang. Vesper und Getränke gibt es gegen einen Unkostenbeitrag von 12 Euro für Erwachsene, 6 Euro für Kinder.

Anmeldung bitte bis 24. August unter naturschutz@schwaebischer-albverein.de oder telefonisch unter 0711 / 22585-14.

Streuobst im Klimawandel

Herzliche Einladung zum Landesweiten Streuobsttag Baden-Württemberg am 4. Mai. Die Hybrid-Veranstaltung findet an der Universität Hohenheim in Stuttgart und online statt. Ziel des Streuobsttags ist die Vernetzung von Praxis und Forschung zum Thema Streuobst. Die Teilnehmenden erfahren aktuelle Erkenntnisse aus Forschungs- und Praxisprojekten zum Schwerpunktthema „Streuobst im Klimawandel“.

Derzeit gibt es in Baden-Württemberg noch rund 7 Millionen Streuobstbäume auf fast 80.000 Hektar. Streuobstwiesen liefern nicht nur leckeres, regionales Obst, sondern leisten auch einen wesentlichen Beitrag zum Erhalt der Biodiversität. Der Erhalt dieser typischen Landschaften ist deshalb wichtig im Sinne des Artenschutzes, der regionalen Landwirtschaft und des Landschaftsschutzes.

Beim diesjährigen Streuobsttag geht es vorrangig um Obstbaumpflege, um die nachhaltige Förderung von Streuobst und um Projekte, den Streuobstbau durch neue Anbaumethoden und Sortenauswahl dem Klimawandel anzupassen.

Der Streuobsttag findet am Donnerstag, 4. Mai, von 10 bis 17 Uhr im Audimax der Universität Hohenheim in Stuttgart statt.

Die Teilnahme vor Ort kostet 40 Euro inklusive Mittagessen und Getränke. Der Online-Beitrag beträgt 27 Euro. Ein Zoom-Link wird zwei Tage vor der Veranstaltung zur Verfügung gestellt. Anmeldung bitte bis 25. April.

Hier finden Sie alle Infos und Anmeldeinformationen.

Ein Loblied auf das Unkraut

Was haben Giersch, Löwenzahn und Brennnesseln gemeinsam? Sie wachsen oft da, wo sie nicht so gern gesehen sind und ärgern so den ordentlichen Gartenliebhaber. Um zu ihrer Rehabilitation beizutragen, gibt es seit einigen Jahren den Ehrentag des Unkrauts am 28. März.

Ausgerissen, vergiftet und als Un-Kraut verleumdet – Manche Pflanzen haben es nicht leicht. Dabei haben „Unkräuter“ wichtige Funktionen in der Natur. Sie ernähren Insekten und verknüpfen Arten- und Ökosysteme. Es sind Wildkräuter, Gräser und Wildblumen, die als begleitende Vegetation auf Äckern oder anderen Kulturpflanzenbeständen, Grünland oder in Gärten wachsen. Sie werden dort nicht gezielt angebaut, sondern säen sich selber aus.

Der Mensch stört sich oft an diesen Pflanzen. Trotz ihres ökologischen Wertes. Manche mögen eben keine Gänseblümchen oder Pusteblumen in ihrem Rasen. Andere ärgern sich, weil der Giersch das Gemüsebeet überwuchert. Landwirte bekämpfen etwa die Ackerwinde oder die Vogelmiere im Getreide, denn zu viel Unkraut mindert den Ertrag.

Ökologischer Wert sogenannter Unkräuter

Doch angesichts des massiven Artensterbens setzt auch ein Umdenken ein. Sogenannte Unkräuter bieten ernähren nämlich viele Bestäuber, sie sind Wohnstatt für viele Insekten oder schützen den Boden vor Erosion. Sie tragen dazu bei, unsere Ökosysteme stabiler und diverser zu machen und damit auch widerstandsfähiger gegen den Klimawandel. Gerade in dicht besiedelten Gebieten oder auf in landwirtschaftlichen Monokulturen bieten Äcker- oder Straßenränder mit Wildpflanzen Insekten ein Überleben. Und wer gerne Schmetterlinge oder andere Insekten in seinem Garten bewundert möchte, sollte dort einige „wilde Ecken“ stehen lassen als Brutstätte für Raupen und Insektenlarven und Nahrung für die ausgewachsenen Insekten.

Sieht gut aus, schmeckt gut und hilft gegen Wehwehchen

Dazu kommt, dass viele sogenannte Unkräuter einfach hübsch sind. Was symbolisiert denn den Sommer besser als das Rot des Klatschmohns oder das Blau der Kornblume? Kamille und Spitzwegerich sind mittlerweile als Heilpflanzen wieder fest etabliert, während Rübe oder Feldsalat – früher verpönt – mittlerweile als Kulturpflanzen gelten.

Dem Giersch an den Kragen

Doch was tun, wenn das „Unkraut“ wirklich stört und einfach nicht vergehen will – so wie etwa der Giersch im Garten? Der verbreitet sich im Sommer schneller, als man schauen kann. Durch seine unterirdischen Ausläufer ist er kaum in den Griff zu kriegen. Oberirdisch wächst er „wie Unkraut“ und nimmt anderen Pflanzen das Licht und den Platz. Alles in allem recht ärgerlich.

Doch warum nicht aus der Not eine Tugend machen und den lästigen Burschen einfach verspeisen? Mit Essig, Öl, Salz und Pfeffer angerichtet ergeben junge Triebe einen sehr leckeren, frischen Salat.  Der Geruch und Geschmack des Gierschs etwas an Möhre oder Petersilie. Zudem ist er gesund. Als Heilpflanze soll er gegen Rheuma, Gicht, Ischias und viele weitere Zipperlein wirken, weswegen wird er in manchen Gegenden „Zipperleinskraut“ genannt wird.

Wilde Superfoods

Es gibt auch noch viele weiter vermeintliche Unkräuter, die wir vervespern können oder die gegen irgendwelche Wehwehchen helfen. Hier weitere Beispiele:

  • Junger Löwenzahn zum Beispiel eignet sich wie der Giersch als Salat. Er enthält Vitamin A, Kalium und Bitterstoffe, die die Verdauung anregen. Geben wir noch ein paar Gänseblümchenblüten darüber, dann kommt noch eine Dosis Vitamin C dazu. Ein wahrer Super-Salat.
  • Frische Brennnesseltriebe kann man kochen wie Spinat und bekommt neben dem würzigen Geschmack noch eine Extraportion Eisen, Kalzium und Magnesium dazu.
  • Die Vogelmiere, ebenfalls reich an Eisen und Vitamin C, schmeckt gut als Pesto zubereitet.
  • Die Blätter des Sauerampfers wirken antientzündlich, enthalten viel Vitamin C und eignen sich für Suppen, Soßen oder Salate. Doch bitte nur die ganz jungen, grünen Blätter pflücken und in Maßen genießen. Sauerampfer enthält nämlich Oxalsäure, die in größeren Mengen gesundheitsschädlich ist.
  • Spitzwegerich lässt sich zu Hustentee verarbeitet. Der Saft aus zerriebenen Blättern lindert den Juckreiz bei Insektenstichen und fördert die Wundheilung.


Wenn Sie mehr wissen wollen, über Wildkräuter und wie sie sich in der Küche und Hausapotheke verwenden lassen, dann schauen Sie doch in unserem Lädle vorbei. Dort haben wir eine Auswahl Wildkräuter-Buchern für Sie vorrätig. Oder Sie stöbern in unserem Onlineshop.

Ab jetzt Bewerbungen für den Landesnaturschutzpreis möglich

Bis zum 1. August 2024 können sich engagierte Naturschutzgruppen für den Landesnaturschutzpreis bewerben. Ausgeschrieben wird er von der Stiftung Naturschutzfonds Baden-Württemberg. Thema in diesem Jahr: „Einsatz mit Elan – Menschen für den Naturschutz begeistern“.

Was ist der Landesnaturschutzpreis?
Der Landesnaturschutzpreis wird alle zwei Jahre von der Stiftung Naturschutzfonds Baden-Württemberg für Leistungen verliehen, die entscheidend und in vorbildlicher Weise zum Schutz und zur Erhaltung der natürlichen Umwelt beigetragen haben beziehungsweise aktuell beitragen. Der Preis ist mit 30.000 € dotiert und wird in der Regel verteilt auf mehrere Preisträgerinnen und Preisträger verliehen.

Wer kann sich bewerben?
Es können sich Einzelpersonen, Personengruppen, Vereine, Verbände, Stiftungen, Schulen oder Kindergärten bewerben oder sie können vorgeschlagen werden.

Wie können Sie sich bewerben?
Die Bewerbungsunterlagen finden Sie unter https://stiftung-naturschutz-bw.de/landesnaturschutzpreis. Mit dem Landesnaturschutzpreis 2024 werden vorbildliche Initiativen und Aktivitäten ausgezeichnet, denen es gelingt, andere für ein Engagement im Naturschutz zu begeistern und Aktive zu gewinnen.

Liebe Ortsgruppen, nutzen Sie die Gelegenheit und bewerben Sie sich mit Ihren Naturschutzengagement!