Praxisseminar Landschaftspflege für Anfänger

Herzliche Einladung am Samstag, 15. März, von 9:30 bis 16 Uhr in das Wanderheim Franz-Keller-Haus auf dem Hornberg. Dort bietet der Schwäbische Albverein für alle, die sich gerne im praktischen Naturschutz und in der Landschaftspflege engagieren möchten, ein Praxisseminar zum Thema „Landschaftspflege für Anfänger“ an.

Interessierte erfahren mehr darüber, was Landschaftspflege eigentlich ist. Anhand von Beispielen aus Naturschutzgebieten und Biotopen wird erklärt, warum die Pflege so wichtig ist für den Erhalt der Kulturlandschaften und artenreicher Flächen. Dazu gibt es Informationen zu den Themen Arbeitssicherheit, Haftung und Versicherung bei einem praktischen Landschaftspflegeeinsatz, Finanzierungs- und Fördermöglichkeiten über die Landschaftspflegerichtlinie sowie zu den nötigen Werkzeugen und Maschinen.

Am Nachmittag geht es dann ins Freie zu einem Praxisteil. Angeleitet vom Pflegetruppleiter des Schwäbischen Albvereins, Jörg Dessecker, können die Teilnehmenden dann im Naturschutzgebiet Hornberg selbst Hand anlegen.

Das Praxisseminar ist kostenlos, die Verpflegung inklusive (ausgenommen Kaltgetränke). Anmeldungen sind bis zum 7. März möglich unter , Telefon: 0711 / 22585-14.

Fördermittel für den Naturschutz sichern

Bis 30. April können sich ehrenamtliche Naturschützerinnen und Naturschützer sowie Vereine und Gruppen für den diesjährigen Kulturlandschaftspreis sowie für Fördermittel der LNV-Stiftung bewerben. Herzliche Einladung an alle Albvereins-Ortsgruppen, diese Möglichkeiten zu nutzen.

Kulturlandschaftspreis 2025

Seit 1991 verleiht der Schwäbische Heimatbund den Kulturlandschaftspreis. Seit 1995 wird er in Zusammenarbeit mit der Sparkassen-Finanzgruppe Baden-Württemberg vergeben. Es gibt Preisgelder von bis zu 10.500 Euro zu gewinnen. Damit fördern die Initiatoren Verdienste um die Erhaltung, Pflege und Wiederherstellung von Kulturlandschaften.

Albvereins-Ortsgruppen unter den Preisträgern

In den vergangenen Jahren sind immer wieder Ortsgruppe des Schwäbischen Albvereins mit dem Kulturlandschaftspreis ausgezeichnet worden. Etwa die OG Bonlanden für die Pflege der Wacholderheide Haberschlai, die OG Kohlberg/Kappishäusern für die Haltung von Ziegen zur Pflege von Magerrasen an Jusi und Florian oder die OG Sontheim/Brenz für den Erhalt von Streuobstwiesen und Hecken. Eine Bewerbung lohnt sich also.

Jugend-Kulturlandschaftspreis und Sonderpreis Kleindenkmale

Ergänzt wird der Kulturlandschaftspreis mit dem Jugend-Kulturlandschaftspreis, der mit 1.500 Euro dotiert ist. Das Preisgeld stellen der Sparkassenverband Baden-Württemberg sowie die Sparkassenstiftung Umweltschutz zur Verfügung.

Ein zusätzlicher Sonderpreis Kleindenkmale würdigt die Dokumentation, Sicherung und Restaurierung von Kleindenkmalen. Dazu können Gedenksteine, steinerne Ruhebänke, Feld- und Wegekreuze, Bachbrücken, Trockenmauern sowie Wegweiser oder Feldunterstände gehören.

Annahmeschluss für ausschließlich schriftliche Bewerbungen im Format DIN A4 ist der 30. April 2025. Alle Infos zum Kulturlandschaftspreis sind unter www.kulturlandschaftspreis.de abrufbar. Die Verleihung findet im Herbst 2025 im Rahmen einer öffentlichen Veranstaltung statt.


LNV-Stiftung fördert Naturschutzprojekte

Die Stiftung des Landesnaturschutzverbands Baden-Württemberg unterstützt im Jahr 2025 im Schwerpunkt Projekte rund um den Themenkreis Wasser und Gewässer, schließt aber auch Förderungen von Naturschutzinitiativen mit anderem Fokus nicht aus. Aufgerufen sind bevorzugt Vereine und Gruppen, die sich ehrenamtlich im Natur- und Umweltschutz engagieren. Die durchschnittliche Förderhöhe liegt bei etwa 1.500 Euro pro Projekt.

In den vergangenen Jahren haben Ortsgruppen des Schwäbischen Albvereins verschiedentlich Gelder von der LNV-Stiftung erhalten, etwa für den Erhalt von Streuobstwiesen. Auch hier lohnt sich eine Bewerbung also!

Antragsfrist ist der 30. April 2025. Alle Informationen und ein Antragsformular finden sich unter www.lnv-stiftung.de.


Liebe Ortsgruppen, nehmt diese Möglichkeiten wahr, Gelder für Eure Naturschutzarbeit einzuwerben sowie Eure Arbeit in der Öffentlichkeit zu präsentieren.

Wenn Ihr Unterstützung bei der Antragsstellung braucht, dann stehen unsere Naturschutzreferentinnen gerne mit Rat und Tat zu Seite unter naturschutz@schwaebischer-albverein.de.

 

Gesichter der Landschaftspflege

Die Ortsgruppe Seißen hat den Fotowettbewerb des Landschaftserhaltungsverbands (LEV) des Alb-Donau-Kreises gewonnen. Mit einem Pausenbild – denn wer hart arbeitet und sich einsetzt für den Naturschutz, der muss sich auch mal ausruhen.

Siegerfoto beim Fotowettbewerb „Gesichter der Landschaftspflege“

Zweimal im Jahr rücken die ehrenamtlichen Landschaftspflegerinnen und -pfleger der Ortsgruppe Seißen aus, um „ihre“ Wacholderheide zu pflegen. Das FFH-Gebiet liegt nördlich des Dorfes bei Blaubeuren im Donau-Blau-Gau. Die Landschaftspflege teilen sich die menschlichen Naturschützenden mit Ziegen und Schafen, die ein Wanderschäfer regelmäßig über die Fläche treibt. Doch damit letzteres überhaupt möglich ist, muss der Mensch regelmäßig ran – mit Motorsägen und -sensen, Rechen und Gabeln.

Bei einer dieser Aktionen ist das Bild oben entstanden, dass im Rahmen des Fotowettbewerbs des Landschaftserhaltungsverband des Alb-Donau-Kreises zum Siegerfoto gekürt wurde. Der LEV hatte „Gesichter der Landschaftspflege“ gesucht. Gefunden hat er Walter Frank, Fritz Fülle und Dieter Schluppeck (v.l.n.r.) , die sich auf dem Bild gerade eine Pause in der Sonne gönnen.

„Bemerkenswert ist, dass wir einen recht hohen Altersschnitt bei unseren Ehrenamtlichen in der Landschaftspflege haben“, berichtet die OG-Vorsitzende und Fotografin der Bilder, Ursula Geister. „Aber es kommt bei den Helfenden absolut keine Müdigkeit auf. Sie sind fit an den Werkzeugen und das für mehrere Stunden am Stück!“ Zehn bis 15 Helferinnen und Helfer finden sich für jede Landschaftspflegeaktion, im Anschluss wird noch zusammen gegessen. „Es macht allen viel Spaß“, erzählt Geister.

Insgesamt 30 Einsendungen gab es beim Fotowettbewerb des LEV des Alb-Donau-Kreises. Zur Preisverleihung erschien Landrat Heiner Scheffold mit einem riesigen Esskorb mit regionalen Produkten und einer Kiste Biobier – Proviant für den nächsten Landschaftspflegetag?

Für sein Engagement für den Naturschutz ist die OG Seißen übrigens schon häufiger ausgezeichnet worden. Erst 2023 gab es den ersten Platz beim Umweltpreis des Alb-Donau-Kreises für die Anlage und Pflege einer Wildbienenweide mit Wildbienenhotel am Ortseingang von Seißen.

Herzlichen Glückwunsch für die Auszeichnung. Und herzlichen Dank für das ehrenamtliche Engagement für unsere Natur!

Gute Ideen im Natur- und Umweltschutz umsetzen

Die LNV-Stiftung fördert wieder Projekte und Aktivitäten, die dem Erhalt der Biodiversität und unserer natürlichen Lebensgrundlage dienen. Anträge können bis zum 30. April 2025 gestellt werden.

Seit ihrer Gründung hat die Stiftung des Landesnaturschutzverbands Baden-Württemberg weit mehr als 350 Natur- und Umweltschutzprojekte gefördert. Das Spektrum reicht von Umweltbildung in Kindergärten und Schulen über Jugendeinsätze zur Landschaftspflege bis zu Hilfsmaßnahmen für Fische, Amphibien, Schwalben oder Mauerseglern.

Themenschwerpunkt 2025: Wasser und Gewässer

Die LNV-Stiftung unterstützt im Jahr 2025 im Schwerpunkt Projekte rund um den Themenkreis Wasser/Gewässer, schließt die Förderung weiterer Projekte aus dem gesamten Naturschutzspektrum aber nicht aus. Anträge stellen können bevorzugt Vereine und Gruppen, die sich ehrenamtlich im Natur- und Umweltschutz engagieren. Die durchschnittliche Förderhöhe liegt bei etwa 1.500 Euro. Personalkosten können nicht gefördert werden. Antragsfrist ist der 30. April 2025.

Weitere Infos und Antragsformular

OG Sachsenheim erhält Mittel aus der Bürgerstiftung der Gemeinde

400 Euro hat die OG Sachsenheim (Stromberg Gau) von der Bürgerstiftung Sachsenheim erhalten. Das geld ist für Nisthilfen gedacht, die als Ersatz von nicht mehr nutzbaren Nisthöhlen angeschafft werden sollen. Die ersetzten Nisthöhlen sind aus Holzbeton und zum Teil bis zu 25 Jahre alt.

Die Nisthilfen hängen auf den städtischen Streuobstwiesen im,,Roden“, auf einer Streuobstwiese in Kleinachsenheim, der Stadt gehörenden Grundstücke im Mettertal und auf den albvereinseigenen Biotopen am Heiligenberg auf Gemarkung Häfnerhaslach in den Gewannen ,,Braunäcker“. Der Schwäbische Albverein in Sachsenheim und vor allem der dortige Naturschutzwart Helmut Mager betreuen in die Nisthilfen.

Die Nisthilfen unterscheiden sich je nach Vogelart dabei. Etwa 80 verschiedene Produkte zur Unterstützung der heimischen Vogelwelt sind auf dem Markt. Eine Hilfe für den Steinkauz sieht anders aus als eine für den Vogel des Jahres 2025, dem Gartenrotschwanz. Fledermaüse (übrigens keine Vögel, sondern Säugetiere) habe andere Bedingungen an ihre Behausungen als Kleiber. Der Star stellt andere Bedingungen an seine Heimstatt wie die Blaumeise.

Helmut Mager kontrolliert die Nisthilfen regelmäßigt und säubert sie im Winter. Geschieht dies nicht, macht sich Ungeziefer breit und gefährdet den Bruterfolg im nächsten Frühjahr. Manche Höhlen nutzen die Vögel in kalten Winternächten als Schlafplatz.

Kindergärten kommen nach Angaben von Mager gerne auf die Streuobstwiesen, um sich bei ihm über die verschiedenen Bewohner der Nisthilfe zu informieren.

Taschenbuch des Naturschutzes zum Download

Das „Taschenbuch des Naturschutzes in Baden-Württemberg“ liegt aktualisiert und neu aufgeleg vor. Es ist als Zusammenfassung des „Outdoor-Naturschutzes“ gedacht und bietet in handlichem Format einen Überblick über die wichtigsten Bestimmungen für Feld, Wald und Flur. Außerdem findet man Orientierung im komplexen Umwelt- und Naturschutzrecht.

Das Taschenbuch wird aufgelegt vom Landesnaturschutzverband Baden-Württemberg, zu dessen Gründungsmitgliedern der Schwäbische Albverein gehört. Ermöglicht wurde die 7. Auflage durch die großzügigen Förderung durch das Umweltministerium Baden-Württemberg.

Hier geht es zum Download des Taschenbuchs.

Unsere neuen Freiwilligen beim Landschaftspflegetrupp stellen sich vor

Seit Anfang September gibt es gleich drei neue und junge Gesichter beim Landschaftspflegetrupp: Jonas Knöbl und Annika Weidle machen bei uns im Naturschutz ein Freiwilliges Ökologisches Jahr. Maximian Homberger ist unser neuer „Bufdi“, er leistet also seinen Bundesfreiwilligendienst bei uns.

v.l.n.r.: Annika Weidle (FÖJ), Maximilian Homberg (Bufdi), Jonas Knöbl (FÖJ)

Alle drei sind Teil des Pflegetrupps unter der Leitung von Jörg Dessecker und unterstützen uns tatkräftig bei Landschaftspflegearbeiten im gesamten Vereinsgebiet.

Herzlich Willkommen!


Unsere drei Freiwilligen stellen sich hier selbst kurz vor:

Annika Weidle (FÖJ)
Hallo, mein Name ist Annika Weidle, ich bin 18 Jahre alt und komme aus dem wunderschönen Waldstetten. Nach meinem Abitur wollte ich einfach mal meinen Kopf freikriegen. Weg vom Schreibtisch und raus an die frische Luft. Da kam das FÖJ beim Schwäbischen Albverein wie gerufen.

Hier kann ich die vielseitige Flora und Fauna der Schwäbischen Alb kennenlernen, sehe aber auch wie der Mensch die Natur um sich herum beeinflusst und verändert. Der Anfang war ungewohnt und fordernd. Veschiedene Übernachtungsorte, steile Hänge und Regenwetter stellten mein Durchhaltevermögen auf die Probe.

Die Arbeit macht mir jedoch viel Spaß und mit dem Landschaftspflegetrupp habe ich ein nettes Team gefunden. Ich freue mich schon auf die kommende Zeit und bin gespannt, was noch auf uns zukommt.

 

Maximilian Homberg (Bundesfreiwilligendienst)
Ich bin Max, 18 Jahre alt, komme aus Stuttgart und mache aktuell ein Bufdi (Bundesfreiwilligendienst).

Für den Schwäbischen Alb Verein habe ich mich entschieden, weil ich nach dem Abitur noch ein wenig in meiner Heimat bleiben wollte, um sie ein bisschen besser kennenzulernen. Zudem hat mich die körperliche Arbeit im Naturschutz sehr angesprochen.

Bisher ist die Arbeit mit dem Freischneider recht anstrengend, macht aber auch viel Spaß. Das Highlight bis jetzt waren die Übernachtungen auf der Burg Teck, wo man Sonnenauf und -untergang gemeinsam genießen konnte. Ich freue mich sehr auf die kommenden Monate und darauf, mein Wissen über die Natur zu erweitern.

 

Jonas Knöbl (FÖJ)
Servus, ich bin der neue FÖJler im Landschaftspflegetrupp des Schwäbischen Albvereins. Ich bin 19 Jahre alt und komme aus Nebringen nahe Herrenberg. Nach 15 Monaten bei EDEKA als Aushilfskraft bin ich dann auf der Suche nach einem FSJ/FÖJ auf den SAV gestoßen.

Wir sind jetzt schon 4 Wochen im Pflegetrupp. Es ist echt anstrengend, dafür hat man aber meistens eine schöne Aussicht und man bekommt viel von Jörg und Oliver beigebracht. Da man sich fast immer selbst versorgen muss, lerne ich selbstständiger und unabhängiger zu werden.

Ich bin gespannt wie die nächsten Monate aussehen werden und freue mich schon auf die Seminare mit den anderen FÖJlern. Vielleicht sieht man sich bei dem ein oder anderen Ehrenamtseinsatz. Viele Grüße Jonas

 

 

 

Naturschutztag zum Thema „Freizeit in der Natur“ am 9. November – jetzt anmelden!

Die Menschen zieht es nach draußen – zum Wandern, Radfahren, Baden im See, Picknicken oder zum Wassersport. Der Aufenthalt in der Natur schafft einen Ausgleich zum Alltag. Das ist die eine Seite der Medaille. Die andere sind volle Wander- und Radwege und überlaufene Natur- und Landschaftsschutzgebiete. Über all, wo es schön ist, sind gerade an den Wochenenden die Menschen unterwegs. Viele Menschen.

Wie umgehen mit dem gestiegenen Besucherdruck, mit Müll und zertrampelten Pflanzen, mit Autos in Schutzgebieten, Lärm und Konflikten zwischen verschiedenen Nutzergruppen. Darüber wollen wir am Samstag, 9. November, von 9:30 bis 17 Uhr beim Naturschutztag des Schwäbischen Albvereins in der Stadthalle in Plochingen sprechen.

Wie sieht eine naturverträgliche Freizeitgestaltung aus? Wie können durch gezielte Besucherlenkung wertvolle Pflanzenstandorte und Lebensräume für Tiere geschützt werden? Und was kann jede und jeder Einzelne für mehr Respekt und gegenseitige Rücksichtnahme tun? Expertinnen und Experten aus den Bereichen Freizeit und Naturschutz greifen diese Fragen auf.

Herzliche Einladung zum Naturschutztag zum Thema „Freizeit in der Natur“. Die Veranstaltung ist für alle Interessierten offen. Bitte melden Sie sich rechtzeitig bis zum 3. November an unter .

Hier gibt es alle Infos und das detaillierte Programm zum Naturschutztag.

 

Natur pur und Landschaftspflege auf dem Füllmenbacher Hofberg

Warum nehmen Menschen extra Urlaub, um dann früh aufzustehen und in extremer Hanglange den ganzen Tag Wiesenschnittgut zusammenzurechen? Bei recht kaltem und „unbeständigem“ Wetter. So geschehen beim Landschaftspflege-Einsatz im Naturschutzgebiet Füllmenbacher Hofberg Ende September.

Der Landschaftspflegetrupp des Schwäbischen Albvereins war gemeinsam mit sechs freiwilligen Helferinnen und Helfern mehrere Tage vor Ort, um die Magerwiesen zu mähen, Gebüsch zurückzuschneiden und das Schnittgut dann zu entfernen. Übernachtet wurde im Matratzenlager im Wanderheim Füllmenbacher Hofberg.

Mehrtägiger Arbeitseinsatz macht Spaß

Die einhellige Aussage der Ehrenamtlichen: Es macht Spaß! Im Freien arbeiten, die wunderbare Aussicht am Füllmenbacher Hofberg genießen, etwas für den Naturschutz zu tun, abends dann gemeinsam zu essen und zu plaudern und dann richtig müde ins Bett zu fallen – all das tut gut. Der Alltagsstress, das laute Leben, der stete Nachrichtenstrom treten in den Hintergrund, sind einfach mal nicht wichtig.

Idee kommt von Ehrenamtlichen selbst

Die Idee für den mehrtägigen Arbeitseinsatz mit Übernachtung durch die Ehrenamtlichen vor Ort hatte Dietmar. Der Rentner ist Albvereineinsmitglied und kommt aus Neuffen. Wenn er Zeit hat, hilft er gerne dem Landschaftspflegetrupp des Schwäbischen Albvereins, wenn dieser im Vereinsgebiet im Einsatz ist. Für ihn ist das Sport.

Außerdem engagiert sich Dietmar regelmäßig bei Bergwaldprojekt, einer Organisation, die Landschaftspflegeeinsätze in den Alpen oder anderen Gegenden Deutschlands organisiert. Dort hat er Elena kennengelernt, die ein paar Meter weiter einen großen Haufen aus Mähgut mit einem Rechen aufstapelt. Bergwaldprojekt ist etabliert, die Projekte finden ihre Helferinnen und Helfer. Warum also nicht so etwas ähnliches auch mal im Vereinsgebiet probieren, überlegt Dietmar und spricht den Jörg Dessecker, den Leiter des Albvereins-Landschaftspflegetrupps, darauf an.

Ehrenamt unterstützt Hauptamt

Dessecker ist sehr interessiert. Gerade am Füllmenbacher Hofberg gibt es nämlich jedes Jahr viel zu mähen. Über vier Hektar Fläche – aufgelassene Weinberg zumeist – gilt es zu mähen und offen zu halten. Der Schwäbische Albverein hatte sich seinerzeit sehr dafür engagiert, dieses wertvolle Gebiet unter Naturschutz zu stellen und pflegt es bis heute. Leider finden sich aber immer weniger Ehrenamtliche, die bei den traditionellen eintägigen Landschaftspflegeeinsätzen mitarbeiten. Oft ist der Pflegetrupp dann bis zu zwei Wochen im Naturschutzgebiet tätig, um fertig zu werden. Dank des mehrtägigen Freiwilligen-Einsatzes war dieses Jahr nach einer Woche alles erledigt. Und gemeinsam, in einer größeren Gruppe macht die Arbeit gleich viel mehr Spaß.

Zu Fuß zum Einsatzort

Kai ist aus München angereist, um mitzuhelfen. Der gebürtige Reutlinger wandert gerne und ist deshalb Mitglied im Schwäbischen Albverein, auch wenn er mittlerweile nicht mehr im Vereinsgebiet lebt. Im Albvereins-Newsletter hat er von dem Arbeitseinsatz gelesen. Warum nicht, dachte er sich, reichte Urlaub ein und machte sich auf den Weg – mit dem Zug und schließlich zu Fuß auf dem HW10 trudelte er spät am Abend am Wanderheim Füllmenbacher Hofberg ein. Er genießt die Aussicht bei der Arbeit und freut sich, dass es im Gegensatz zum Vortag trocken ist.

Artenkenntnis inklusive

Jörg Dessecker nutzt den Einsatz, um den Freiwilligen auch etwas Natur- und Artenkenntnis mitzugeben. Trockenrasen hätte mit die höchste Artenvielfalt, erklärt er. Da könne der Wald nicht konkurrieren. Auf den Magerwiesenflächen wachsen Majoran und Thymian, Schafgarbe. Momentan blühen die Kalkaster und hin und wieder auch eine Bachnelke. Der Kreuzenzian, eine Rarität unter den Enzianen, findet in dem Naturschutzgebiet eine Heimat. Und im Frühsommer wachsen es am Füllmenbacher Hofberg verschiedene seltene Orchideen.

Auch Insekten lieben die Wiesen. Jetzt im Herbst gibt es noch viele Gottesanbeterinnen zu sehen. Ob die jetzt wohl sauer sind, weil die Wiese abgemäht wird? Nein, lacht Jörg Dessecker. Zehn bis 15 Prozent der Grasfläche bleiben stehen. „Damit die Insekten ein Plätzchen zum Überwintern haben.

„Jörg, es ist fast 12 Uhr“, ruft einer der Helfer. „Wir haben Hunger.“ Zeit für die Mittagspause. Nach dem Vesper heißt es dann wieder Anpacken.

Herzlichen Dank an alle Ehrenamtlichen für die Mitarbeit!


Landschaftspflege im Randecker Maar am Samstag, 19. Oktober

Ob Groß oder Klein – alle helfenden Hände, die sich für den Schutz der Natur einsetzen möchten, sind herzlich willkommen zum gemeinsamen Landschaftspflegetag mit dem Naturschutzzentrum Schopflocher Moor. In diesem Jahr arbeiten wir Natuschutzgebiet Randecker Maar am Samstag, 19. Oktober.

Treffpunkt ist um 9 Uhr an der Ziegelhütte.
Geparkt werden kann auf dem Parkplatz Mönchberg in Bissingen an der Teck. Treffpunkt und Begrüßung ist an der Ziegelhütte (ca. 7 Minuten Fußweg). Nach dem Einsatz lädt uns das Regierungspräsidium Stuttgart gegen 13 Uhr zu einem gemeinsamen Mittagessen ein.

Anmeldung bitte bei unserer Naturschutzreferentin Meike Rau,
Telefon: 0711 22585-14,
naturschutz@schwaebischer-albverein.de

Volksantrag „Ländle leben lassen“ – Leider gescheitert

53.000 Unterschriften und viel Lobbyarbeit – es ist viel passiert rund um den Volksantrag „Ländle leben lassen“. Dennoch ist er von einer Mehrheit der Landtagsabgeordneten bei einer Anhörung im Juli abgelehnt worden. Hier eine Bilanz des Vorsitzenden des Landesnaturschutzverbands Baden-Württemberg, Gerhard Bronner:

Der gemeinsame Volksantrag zur Reduktion des Flächenverbrauchs gescheitert ist. Gemeinsam mit über 20 anderen Organisationen haben viele Naturschützerinnen und Naturschützer Unterschriften gesammelt. Am Ende hatten wir über 53.000 Unterschriften zusammen also mehr als eigentlich notwendig gewesen wären. Den-noch wurde unser Volksantrag von den Abgeordneten des Landtags von Baden-Württemberg mit großer Mehrheit abgelehnt. Als einzige stimmte Gabi Rolland für den Volksantrag. Sie ist als Vorsitzende der Arbeitsgemeinschaft der Naturfreunde in BW im Trägerkreis. Die Videoaufzeichnung des fachlichen Hearings und der Debatte und Abstimmung sind in der Landtags-Mediathek zugänglich. Die Links dazu findet man unter www.laendle-leben-lassen.de.

Wir wollten die Landesregierung in die Pflicht nehmen, ihr Versprechen aus dem Koalitionsvertrag zur Reduktion des Flächenverbrauch wirklich einzulösen und dies verbindlich gesetzlich zu verankern. Dem Trägerbündnis war bewusst, dass wir unsere Forderungen nicht 1 zu 1 durchbekommen würden. Wir haben darauf gehofft, dass – wie beim Volksbegehren „Rettet die Bienen“ die Landesregierung mit Kompromissvorschlägen auf uns zukommen würde. Nichts dergleichen geschah. Stattdessen hieß es, man habe gar keine Instrumente, um den Flächenverbrauch einzudämmen.

Es ist offenbar eine Sache, ambitionierte Ziele in einen Koalitionsvertrag zu schreiben und eine andere Sache, sie dann auch wirklich in Realpolitik umzusetzen. Genau aus diesem Grund hatten wir den Volksantrag gestartet: damit Grüne und CDU nicht vergessen, was sie zu Beginn der Legislatur versprochen hatten.

Die Netto-Null war eine Idee von Günther Oettinger, und schon in den 1970er-Jahren war es die CDU, die das Thema Flächenverbrauch mit einer großen Anfrage auf die politische Tagesordnung gesetzt hatte. Jetzt, drei Jahre nach der letzten und zwei Jahre vor der nächsten Landtagswahl, ist von einer „Flächensensibilität“ nicht mehr viel übrig. Es waren vor allem der CDU-Fraktionsvorsitzende Manuel Hagel und die zuständige Ministerin für Bauen, Wohnen und Landesplanung Nicole Razavi, die sich partout nicht auf verbindliche Flächenspar-Ziele einlassen wollten. Die Ministerin hat klargemacht, dass sie keinem mit Flächensparzielen „kontaminiertem Landesentwicklungsplan“ zustimmen werde.

Bei den Grünen wiederum war es wie bei Karl Valentin: „Mögen hätten wir schon gewollt, aber dürfen haben wir uns nicht getraut.” Die Koalitionsräson verbiete eine einseitige Zustimmung der Grünen zum Volksantrag. Man hat daher mit der CDU hart um einen gemeinsamen Entschließungsantrag als Alternative zum Volksantrag gerungen. Und letztlich kapituliert, wie der Wortlaut des Antrages zeigt, der noch weit hinter den ohnehin bescheidenen Erwartungen zurückblieb. Hier drängt sich ein Zitat von Erich Kästner auf: „Was immer geschieht: nie dürft ihr so tief sinken, von dem Kakao, durch den man Euch zieht, auch noch zu trinken.“

Stecken wir jetzt den Kopf in den Sand? Nein, natürlich nicht. Es bleibt eine kleine Hoffnung: in wenigen Wochen wird wohl der Entwurf des „Aktionsplanes Flächensparen“ veröffentlicht. Wir werden ihn kritisch prüfen, uns in eine Weiterentwicklung einbringen und die Ergebnisse beobachten. Im Trägerkreis werden wir uns zusammensetzen und analysieren, wie es weitergeht und was wir beim nächsten Mal besser machen können.

Und noch etwas: Wenig ist mehr als gar nichts! Es ist nicht so, dass unser Volksantrag nichts bewirkt hätte. Ohne unsere Initiative wäre vom Thema Flächensparen in diesen angespannten Zeiten gar nichts mehr in den aktuellen Debatten um den Landesentwicklungsplan übriggeblieben. Dass das Thema in den Fokus gerückt wurde, bestätigen uns sogar die Gegner des Volksantrages.

Herzlichen Dank an alle, die auf dem Marktplatz, auf der Straße, bei Veranstaltungen und im Bekanntenkreis Unterschriften gesammelt haben. Die Gespräche beim Sammeln auf der Straße waren nicht umsonst! Jeder Kontakt hat dazu beigetragen, dass Menschen über das Thema nachdenken.

Gerhard Bronner
Vorsitzender LNV