Schöne, naturkundliche Informationstafel in Weilimdorf eingeweiht

Im Rahmen einer naturkundlichen Wanderung mit 63 interessierten Naturliebhabern unter der Führung der Ehrenmitglieder Kurt Heinz Lessig und Reinhard Wolf wurde am 3. Mai 2018 im Naturschutzgebiet Greutterwald zwischen Feuerbach und Weilimdorf an der Mergelgrube mit dem merkwürdigen Namen „Kotzenloch“ eine Informationstafel eingeweiht.

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Möglich wurde die hochwertige Tafel durch die großzügige Unterstützung der Familienbrauerei Dinkelacker und der Stiftung von Rosina und Franz Greiling (Stuttgart). Marketingchef Stefan Seipel betonte, dass der Brauerei die Unterstützung des Schwäbischen Albvereins wichtig sei und mit der Informationstafel eine gute Investition in die Wander-Infrastruktur der Wanderwege rund um Stuttgart geleistet worden sei.

Wegeprojekte bitte melden – es gibt freie Mittel

Die Kooperation des Schwäbischen Albvereins mit der Familienbrauerei Dinkelacker besteht bereits seit sieben Jahren. Die Brauerei stellt 10.000 Euro pro Jahr für Wegeprojekte zur Verfügung. Reinhard Wolf appelliert deshalb an alle Ortsgruppen, sich zu melden, wenn es an Wanderwegen oder rechts und links davon Vorschläge für Neuerungen oder Renovierungen gibt. Mögliche Investitionsobjekte beispielsweise sind: Treppen, Geländer, Brücken und Informationstafeln. „Mit der Unterstützung durch die Familienbrauerei Dinkelacker können notwendige Investitionen in die Wegeinfrastruktur getätigt werden. Diese Chance sollten wir unbedingt nutzen!“

Ehemalige Mergelgrube – heute ein Naturdenkmal

Die nun im Naturschutzgebiet Greutterwald aufgestellte Informationstafel zeigt anhand eindrucksvoller Illustrationen – ausgeführt vom Biologen und Grafiker Wolfgang Lang – und begleitender Erklärungstexte, welche lichtliebenden Tier- und Pflanzenarten am Waldsaum beim Naturdenkmal „Kotzenloch“ vorkommen. Der Name „Kotzenloch“ dürfte vom früher gebräuchlichen Begriff Kotze = Wölfin herrühren; wahrscheinlich war dort oben einstmals eine Wolfsgrube zum Fang von Wölfen. An der alten Mergelgrube, genutzt von Weingärtnern zur Gewinnung von Material als Ersatz abgeschwemmter Erde in den benachbarten Weinbergen, hatte das Umweltamt der Stadt Stuttgart umfangreiche Auslichtungsmaßnahmen durchgeführt, so dass der geologische Aufschluss aus Schilfsandstein und Gipskeuper wieder frei sichtbar ist und selten gewordene Pflanzenarten und davon abhängige Insekten auf dem Felskopf einen optimalen Lebensraum finden.

Lichtliebende Arten kommen wieder zur Blüte

Stadtverwaltungsdirektorin Renate Kübler, welche bei der einstündigen Wanderung dabei war, freute sich über die seltene Pflanzengemeinschaft, die auf dem mageren Boden des Stuttgarter Lembergs infolge gezielter Pflegemaßnahmen wieder recht gut gedeiht. Sie ist davon überzeugt, dass es im 152 Hektar großen und 1984 ausgewiesenen Naturschutzgebiet Greutterwald noch verschiedene Möglichkeiten entlang des Waldrandes gibt, durch Pflegemaßnahmen nährstoffarme Pflanzengesellschaften zu fördern. Aktuell wachsen auf dem Feuerbacher Lemberg an Raritäten Hügelklee, Haarstrang, Hirschwurz, Weidenalant, Nickendes Leimkraut, Pfirsichblättrige Glockenblume und die Erbsenwicke. Schmetterlinge wie Zitronenfalter und Schwalbenschwanz haben hier die passende Flora gefunden und auch die Zauneidechse hat sich an den Felsbändern breit gemacht.

Die Rundwanderung mit ausführlichen Erklärungen zur Botanik durch Kurt Heinz Lessig fand ihren Abschluss an einer Wegegabelung im Wald, wo die die Brauerei Dinkelacker ihr Partymobil platziert und die kleine Wanderung bei Würsten vom Grill und kühlen Getränken einen gemütlichen Abschluss fand.

Kontakt: Referat Weg: wegereferentin@schwaebischer-albverein.de

Speziell Thema Infotafel Greutterwald: , Tel. 0711-22585-14