Arbeitstagung Gaunaturschutzwarte 2015

In historischer Kulisse hoch über dem Großen Lautertal fand am 18. und 19. April 2015 die alljährliche Arbeitstagung der Gaunaturschutzwarte auf der Burg Derneck statt. Nahezu vollzählig erschienen die Naturschützer zu dieser Tagung, bei der Naturschutzthemen ausführlich besprochen werden konnten.

Begrüßt wurden die Teilnehmer von Kurt Heinz Lessig, der die Tagung nach 20-jähriger Tätigkeit zum letzten Mal leitete. Mit der Vorstellung seiner Nachfolgerin Waltraud Leinen, Gaunaturschutzwartin im Burgberg-Tauber-Gau, übergab er das Wort an Vizepräsident Reinhard Wolf. Wolf überbrachte Grußworte unseres Präsidenten Dr. Hans-Ulrich Rauchfuß. Im Anschluss ehrte er Karl Stäbler, Stuttgarter Gau, und Volkmar Rieber, Oberer Neckar-Gau, zwei sehr verdiente Gaunaturschutzwarte, für ihre langjährige Tätigkeit mit der Fahrbachmedaille in Silber.

Arbeitstagung2015-Bild1
Reinhard Wolf und Volkmar Rieber (links) – (Bildautorin Dr. Karen A. Böhme)

Volkmar Rieber, der sein Amt nach 25-jähriger Tätigkeit an Karl-Joseph Sickler übergab, konnte sich über eine weitere Ehrung freuen. Reinhard Wolf überreichte ihm für seinen unermüdlichen Einsatz für die Natur zusätzlich die silberne Ehrennadel des Deutschen Wanderverbandes.

Arbeitstagung2015-Bild2
Reinhard Wolf und Karl Stäbler (rechts) – (Bildautorin Dr. Karen A. Böhme)

Danach ging es in die Sachthemen. Heinz Reinöhl, Ministerium für Ländlichen Raum und Verbraucherschutz Baden-Württemberg und stellvertretender Referatsleiter des Referats 63 – Landschaftspflege, stellte die Naturschutzstrategie des Landes Baden-Württemberg vor (Vortrag Heinz Reinöhl – pdf hier, Dateingöße: ca. 3 MByte KByte).

Der anschließende Vortrag von Gerhard Walter, Landesamt für Geoinformation und Landentwicklung Abteilungsleiter Referat 42, Landschaftspflege, Umweltschutz, führte als Grundlage für nachmittägliche Exkursion in die Thematik der Ökologisierung der Flurneuordnung ein (Vortrag Gerhard Walter – pdf hier, Dateingöße: ca. 11 MByte KByte).

Arbeitstagung2015-Bild3
Überblick über das verfahren Lautrach

Nach einem Mittagessen mit regionalen Produkten – Alblinsen, Spätzle, Saiten und Bauchspeck – führte uns Hr. Walter auf einer Busfahrt in das Gebiet des nahezu abgeschlossen Flurneuordnungsverfahrens Lauterach. Dieses Verfahren war Gewinner des Landesentwicklungswettbewerbs 2009 unter dem Thema „Aller Raum für Donau und Lauter“. Angefahren wurden drei Besichtigungspunkte, bei welchen der Bereich der Renaturierung der Donauufer am meisten beeindruckte.

Arbeitstagung2015-Bild4
Renaturierung der Donauufer

Beim Abendprogramm stellte Dr. Herter in einer Präsentation vor, wie derzeit wertvolle Aussichtspunkte mit gefährdeter Felskopfvegetation, deren Zugänge vor Jahren vom Landschaftspflegetrupp des Schwäbischen Albvereins gesperrt und z.T. mit Reisigfaschinen verschlossen und zurückgebaut wurden, wieder neu erschlossen und teilweise auch möbliert werden (Vortrag Dr. Wolfgang Herter – pdf hier, Dateingöße: ca. 8 MByte).

Bevor es am Sonntag nochmals auf Exkursion ging, stellte Sylvia Metz vom Referat 56 Naturschutz und Landschaftspflege beim Regierungspräsidium Tübingen die „Ergebnisse der Silberdistelkartierung 2014 und Ausblick für 2015“ vor. Ziel ist es, diese Erhebung weiterzuführen. (Vortrag Sylvia Metz – pdf hier, Dateingöße: ca. 62 KByte)

Anschließend ging es zum so genannten „Wolfgangsee“, der sich unterhalb von Grafeneck am Dolderbach befindet, wo eine Biberfamilie auf dem Gelände des Haupt- und Landgestüts seine neue Heimat gefunden hat.

Arbeitstagung2015-Bild5

Franz Spannenkrebs – Biberberater des Regierungspräsidiums – stellte dort eindrücklich das Gebiet vor, ging ausführlich auf die Biologie und Ökologie des Bibers ein und erläuterte den Umgang mit Biberansiedlungen und den damit verbundenen Problemen. Biberspuren und eindrucksvolle Umgestaltungen des Gewässers gab es reichlich, der Biber selber hat sich leider aber nicht gezeigt.

Arbeitstagung2015-Bild6

Werner Breuninger